Arbeit und Spiel – kein Gegensatz, sondern eine spannende Synergie

von Dez 2, 2020Fachthemen, Deutsch

Wann haben Sie das letzte Mal einfach nur gespielt? Erinnern Sie sich daran, wie Sie mit Anderen eine gemeinsame Welt erschaffen haben und dabei etwas Neues und Unbekanntes entdeckt haben? Denken Sie jetzt eher an Ihre Kindheit und weniger an den Arbeitsplatz?

In meinen Workshops verwende ich meist die Methode LEGO® SERIOUS PLAY. Bei dieser Methode spielen wir ernsthaft und mit einem Ziel vor Augen, um eine Herausforderung oder ein Problem zu lösen. Dadurch kommen wir schneller ans Ziel und erarbeiten kreative Lösungen, an die die Teilnehmer:innen zuvor nicht einmal ansatzweise gedacht haben.

Wenn ich jedoch von diesen Workshops berichte, ernte ich teilweise ungläubige Blicke oder höre Sätze wie „Ich wüsste gar nicht, wie ich meinen Kolleg:innen erklären soll, dass wir „nur“ spielen. Und das auch noch mit LEGO.“ Unter Erwachsenen ist Spielen bisweilen als zweckfrei, sinnlos und obendrein als ineffizient verpönt. Einer solchen Sichtweise trete ich entschieden entgegen.

Was bedeutet Spielen für uns Erwachsene?

Einstein sagte: “Der Urquell aller technischen Errungenschaften ist die göttliche Neugier und der Spieltrieb des bastelnden und grübelnden Forschers…”

In der täglichen Routine steht für Erwachsene oft das Funktionieren und das Erfüllen von Aufgaben in kurzer Zeit im Vordergrund. Zusätzlich zu unserer Arbeit benötigen wir aber das Spiel.

Durch Spielen werden wir neugieriger, kreativer, nutzen unsere Imagination und probieren Neues aus. Dadurch fällt es uns auch leichter, uns in andere hineinzuversetzen. Wir setzen uns mit unseren Mitspieler:innen auseinander und fördern damit zugleich den sozialen Zusammenhalt. Spielen führt deshalb auch zu einer Steigerung unserer sozialen Kompetenzen. Auch Kooperation wird erst da greifbar, wo Menschen eine Aufgabe gemeinsam lösen. Das kann im Spiel oder im realen Leben geschehen.

Beim Spiel testen wir verschiedene Verhaltensweisen aus und stellen fest, dass Dinge auf einmal möglich werden, von denen wir bisher angenommen haben, dass sie nur schwer lösbar sind. Wir stellen uns komplexen Problemen, können dabei gefahrlos scheitern und lernen aus unseren Fehlern. Ganz spielerisch entwickeln wir so Strategien, die uns in der realen Welt weiterhelfen.

Bereits bei kleinen Erfolgen im Spiel setzt unser Gehirn Endorphine frei und beschert uns ein Glücksgefühl – kein Wunder, dass wir lieber spielen, als an einem Meeting oder einer Schulung teilzunehmen.

Kein Spiel ohne Regeln

Spielen liegen Regeln zugrunde, die uns einen sicheren Rahmen geben. Dadurch fällt es uns leichter, uns zu öffnen und unsere Umwelt umfassender und komplexer wahrzunehmen. Dies fördert unser multidimensionales Denken und erweitert unsere Wahrnehmung unserer komplexen Umwelt mit all ihren Einflussfaktoren. Wir entdecken dadurch neue Lösungen und lernen möglicherweise ungewohnte Betrachtungsweisen kennen.

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, wenn wir spielen:

  • gehen wir ergebnisoffen an Fragestellungen heran und probieren Neues aus.
  • regen wir Neugier, Kreativität und Imagination an.
  • denken wir multidimensional und betrachten unsere Umwelt umfassender.
  • entdecken wir neue Eigenschaften.
  • testen und scheitern wir, woraus wir wiederum lernen können.
  • erarbeiten wir Strategien sowie mehr und kreativere Lösungen, die wir in der realen Welt umsetzen können.
  • setzen wir uns mit uns selbst und unseren Mitspieler:innen auseinander.
  • steigern wir sozialen Zusammenhalt und unsere Sozialkompetenz.


Wir sollten also als Erwachsene den Mut haben, wieder mehr zu spielen. Gerade für Themen wie Change Management, Team-, Führungskräfte- und Organisations- oder Strategieentwicklung ist Spielen perfekt geeignet.

Lassen Sie uns gemeinsam wieder und mehr spielen –  denn spannender, freier,  herausfordernder und effektiver kann man an die Lösung von Aufgaben kaum herangehen. Und Spaß macht es außerdem!

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